Aktuelles

Die PIBB bereitet sich schon seit längerem auf den Start der ambulanten Komplexbehandlung vor. Nun kam vor kurzem die Mitteilung von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung: Die Komplexbehandlung kann zum 1. Oktober starten. Voraussetzung für die Aufnahme einer Patient*in ist eine Diagnose aus F10-F99, ein GAF-Wert von max. 50 und das Vorliegen von mind. zwei Behandlungsmaßnahmen in einem Quartal (z. B. psychiatrische Behandlung plus Psychotherapie oder psychiatrische Behandlung plus psychiatrische Pflege/Soziotherapie/Ergotherapie). Weitere Informatinen unter diesem Link.

Wer sich als niedergelassene Fachärzt*in für Psychiatrie und Psychotherapie (oder verwandter Fachgruppen) oder als ärztliche/psychologische Psychotherapeut*in beteiligen will, muss sich einem Netzverbund anschließen und mit diesem einen Netzverbundvertrag vereinbaren. Psychiatrische Kliniken und therapeutische Dienste (psychiatrische Pflege, Soziotherapie, Ergotherapie) schließen einen Kooperationsvertrag mit dem Netz ab.

Auch die Vergütung ist inzwischen geregelt und beschlossen: Die psychiatrische Eingangssprechstunde, die differentialdiagnostische Abklärung, die Aufgaben der Bezugsärzt*in/Bezugspsychotherapeut*in, die Fallbesprechungen und die Koordination werden unter den Leistungsziffern 37.5 abgerechnet.

Die PIBB ist weiterhin offen für neue Kooperationspartner*innen. Interessent*innen können gerne zu uns Kontakt aufnehmen über: iv@pi-bb.de

Am 8. Juni fand die ursprünglich für Dezember geplante und dann pandemiebedingt verschobene Tagung des vpsg und der PIBB zur Ambulanten Komplexbehandlung unter sehr guter Beteiligung und mit hochkarätigen Podiumsteilnehmer*innen in Berlin Mitte statt. Das multiprofessionelle Netz der PIBB war mit zahlreichen Teilnehmer*innen vertreten.

Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende des vpsg und Geschäftsführerin der PIBB Frau Alicia Navarro Ureña und einem Grußwort des Berliner Staatssekretärs für Gesundheit und Pflege Dr. Thomas Götz hielt Dr. Michael Krebs (Geschäftsführer der PIBB) den Eingangsvortrag. Darin verwies er zunächst auf die noch immer (auch im somatischen Bereich) unzureichende Gesundheitsversorgung von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen und berichtete dann von den langjährigen positiven Erfahrungen im multiprofessionellen Netz der PIBB im Zusammenhang integrierter Versorgungsverträge. Anschließend stellte Dr. Julian Dilling (Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung) die wichtigsten Ziele und Inhalte der neuen Versorgungsform vor. Wie zu erwarten gab es aus dem Auditorium zahlreiche und teilweise auch kritische Nachfragen.

Der zweite Teil startete mit einer Podiumsdiskussion. Auf dem Podium vertreten waren neben den Vertreter*innen der Berufsverbände und der psychiatrischen, psychotherapeutischen und psychosozialen Versorgung auch ein Vertreter der Selbsthilfe. Im einzelnen diskutierten lebhaft und teilweise auch kontrovers unter der Moderation von Matthias Rosemann (Träger gGmbH) und Dr. Karin-Maria Hoffmann (PIBB)

  • Dr. Sabine Köhler – BVDN
  • Eva-Maria Schweitzer-Köhn – Psychotherapeutenkammer Berlin
  • Dr. Bernhard Gibis – KBV
  • Alicia Navarro Ureña – vpsg
  • Dr. Thomas Floeth – NiG Pinel
  • Dr. Bettina Wilms – Carl von Basedow Klinikum
  • Sylvia Matthes – Pflegedienst Prenzlau
  • Uwe Wegener – Bipolaris Selbasthilfeverienigung Depression – Manie in Berlin-Brandenburg

Aus dem Auditorium wurden anschließend weitere Fragen zur Koordination der Komplexbehandlung sowie zum Einsatz der psychiatrischen Pflege und der Soziotherapie bei einem deutlich steigenden Fachkräftemangel aufgeworfen.

Die PIBB hat mit dieser Tagung die Signale für einen erfogreichen Start der ambulanten Komplexbehandlung auf „Freie Fahrt voraus“ gestellt.

GUT VERNETZT – Wie gelingt mit einer berufsübergreifenden Vernetzung, koordinierten und strukturierten Behandlung eine bessere Versorgung psychisch kranker Menschen? Für unsere Tagung nehmen wir nun optimistisch den 2. Anlauf, nachdem wir sie im letzten Jahr pandemiebedingt absagen mussten. Sie wird nun am Mittwoch, 8. Juni ab 14.00 Uhr stattfinden. Das Programm ist weitgehend unverändert. Nach zwei kurzen einführenden Vorträgen von Dr. Julian Dilling (Spitzenverband der gesetzl. Krankenversicherung) und Dr. Michael Krebs (PIBB) findet eine Podiumsdiskussion mit ausgewiesenen Expert*innen statt. Zugesagt haben:

Dr. Bernhard Gibis (Kassenärztliche Bundesvereinigung)
Dr. Thomas Floeth (Geschäftsführung Netzwerk Pinel)
Alicia Navarro Ureña (VPSG Vorstand)
Dr. med. Sabine Köhler (Bundesvorsitzende des Berufsverbands Deutscher Nervenärzte)
Eva-Maria Schweitzer-Köhn (Präsidentin Psychotherapeutenkammer Berlin)
Dr. Bettina Wilms (Chefärztin im Carl von Basedow Klinikum Saalekreis)
Uwe Wegener (Bipolaris Manie & Depression Selbsthilfevereinigung Berlin-Brandenburg e.V.)

Termin: Mittwoch, 8. Juni 2022 14.00 Uhr

Ort: Haus der Ernährungs- und Landwirtschaft, Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin

Anmeldung: https://eveeno.com/gutvernetzt

Wir verurteilen den völkerrechtswidrigen Krieg von Putins Russland gegen die Ukraine und fordern eine sofortige Einstellung aller russischen Angriffshandlungen und die Aufnahme von Friedensverhandlungen unter Beachtung der Souveränität und der Freiheit der Ukraine. Mit Empörung und Entsetzen haben wir beobachten müssen, wie auch die Zivilbevölkerung immer stärker unter den massiven Angriffen der russischen Streitkräfte leidet.

Als Ärzte, Psychotherapeuten und therapeutisch Tätige in der psychiatrischen Versorgung wissen wir, dass derartige existentielle Bedrohungen zusätzlich zu den allgemeinen Belastungen auch zu schweren psychischen Beeinträchtigungen und Traumatisierungen bei den betroffenen Menschen führen können und dass auch nach dem Ende direkter Kriegshandlungen dauerhafte Beeinträchtigungen und Folgeerkrankungen auftreten können. Wir kennen aus dem beruflichen Alltag die psychischen Folgen erfahrener Kriegstraumatisierungen, von Flucht und Entwurzelung. Auch vor diesem Hintergrund, aber gleichermaßen als friedliebende Europäer appellieren wir an die Bevölkerung und die Regierung Russlands, die Kampfhandlungen unverzüglich einzustellen und die Souveränität der Ukraine zu achten.

Unter diesem Titel sollte am 1. Dezember von 15.00-18.00 Uhr in Berlin Mitte eine Veranstaltung des Vereins für Psychiatrie und seelische Gesundheit (vpsg) in Kooperation mit der PIBB zur neuen Richtlinie zur koordinierten und strukturierten Behandlung von Menschen mit komplexem Behandlungsbedarf (KSVPsych-RL) stattfinden, die jetzt pandemiebedingt abgesagt wurde. Unter dem Stichwort Ambulante Komplexbehandlung wird ja dazu bereits seit längerem eine Diskussion in Fachkreisen geführt.

Nach zwei kurzen einführenden Vorträgen von Dr. Julian Dilling (Spitzenverband der gesetzl. Krankenversicherung) und Dr. Michael Krebs (PIBB) findet eine Podiumsdiskussion mit ausgewiesenen Expert*innen statt. Zugesagt haben:

  • Dr. Bernhard Gibis (Kassenärztliche Bundesvereinigung)
  • Dr. Thomas Floeth (Geschäftsführung Netzwerk Pinel)
  • Alicia Navarro Ureña (VPSG Vorstand)
  • Dr. med. Christa Roth-Sackenheim (Vorsitzende Berufsverband Deutscher Psychiater)
  • Eva-Maria Schweitzer-Köhn (Präsidentin Psychotherapeutenkammer Berlin)
  • Dr. Bettina Wilms (Chefärztin im Carl von Basedow Klinikum Saalekreis)
  • Uwe Wegener (Bipolaris Manie & Depression Selbsthilfevereinigung Berlin-Brandenburg e.V.)

Voraussichtlicher neuer Termin: März 2022

Anfang Septemeber hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Erstfassung einer neuen Richtlinie zur Versorgung von Patient*innen mit kompexem Behandlungsbedarf vorgelegt und verabschiedet. Die Behandlung nach dieser Richtlinie wird voraussichtlich MItte nächsten Jahres neue Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung.

Patient*innen mit ärztlich diagnostizierten psychischen Erkrankungen, die deutliche Beeinträchtigungen in verschiedenen Lebensbereichen aufweisen und für eine adäquaten Versorgung unterschiedliche Behandler*innen (z. B. Psychiater*in, Psychotherapeut*in) oder Therapeut*innen (z. B. Ergo- und Soziotherapeut*innen, psychiatrische Plfegekräfte) in Anspruch nehmen, sollen dann in einem Netz versorgt werden und eine strukturierte und koordinierte Behandlung mit einem gemeinsamen Behandlungsplan erfahren. Gemeinsame Fallbesprechungen der verschiedenen Behandler*innen sind fester Bestandteil der Behandlung.

Nun erfolgt noch eine Prüfung durch das Bundesministerium für Gesundheit. Viele Fragen, u. a. auch die Vergütung sind bislang aber noch völlig offen.

Die PIBB begrüßt die Verabschiedung der Richtlinie und konnte als stellungnahmeberechtigte Institution ihre langjährigen Erfahrungen mit der sog. ambulanten Komplexbehandlung einbringen. Sie weist außerdem darauf hin, dass in ihrem multiprofessinellem Netz wesentliche Elemente der neuen Behandlungsform (z. B. gemeinsame Fallbesprechungen) schon seit vielen Jahren erfolgreich zum Nutzen der Patient*innen praktiziert werden.

Die AOK Nordost hat den vor 10 Jahren vereinbarten Vertrag zur integrierten Versorgung psychisch kranker Menschen zum 30.9.2021 gekündigt.

Die PIBB bedauert die Kündigung außerordentlich und weist darauf hin, dass in den letzten 3 Jahren mit Hilfe entsprechender Steuerungsmaßnahmen der PIBB bereits erhebliche Einsparungen erfolgt sind. Tatsächlich gibt es aber eine gewisse Anzahl psychisch kranker Menschen, die eine Unterstützung durch die psychiatrische Pflege oder die Soziotherapie dauerhaft benötigen, um ein selbstständiges Leben außerhalb der Klinik gestalten zu können. Insofern habe die Integrierte Versorgung auch mit Blick auf die Regelversorgung gezeigt, dass hier ein entsprechender Bedarf gegeben ist und zukünftig auch berücksichtigt werden muss.

Auch während der nun schon über ein Jahr andauernden Pandemie haben die engagierten Fachärzt*innen, psychiatrischen Pflegedienste und Soziotherapeut*innen in Kooperation mit den beteiligten Krankenkassen im PIBB-Netz alles getan, um die Angebote für die Patient*innen aufrecht zu erhalten:

  • Die ärztlichen Sprechstunden wurden fortgeführt und teilweise als Videosprechstunden realisiert.
  • Die psychiatrischen Pflegedienste und Soziotherapeut*innen verlegten ihre aufsuchende Tätigkeit immer da, wo es möglich war, ins Freie (z. B. bei Spaziergängen) oder hielten den Kontakt zu den Patient*innen über Telefon aufrecht. 
  • Mit der AOK und der BKK-VBU wurden Vereinbarungen getroffen, dass anstelle von persönlichen Kontakten auch Video- und Telefonkontakte angeboten werden konnten und honoriert wurden.

Einzelne Fachärzt*innen des PIBB-Netzes sind außerdem seit einigen Wochen dabei, ihre Patient*innen in der Praxis gegen COVID19 zu impfen, um für alle ein möglichst niedrigschwelliges Impfangebot bereit zu stellen.  

Die PIBB bedankt sich bei allen engagierten Netzteilnehmer*innen und Kooperationspartner*innen!

Der 11-jährige Bendix (Mika Tritto) lebt in Berlin zusammen mit seinem alleinerziehenden Vater (Andreas Döhler), der schwer depressiv ist und seine berufliche Tätigkeit als U-Bahnfahrer nur noch mit großen Anstrengungen ausüben kann. Den Alltag organisiert Bendix weitgehend alleine und übernimmt gegenüber dem Vater die Rolle des fürsorglichen Kümmerers.

Bei einem Sportfest lernt er die 16-jährige Jule (Ella Morgen) kennen, die emotional-instabil ist und zunächst nichts von ihm wissen will. Zwischen beiden entwickelt sich eine Freundschaft und Jule hilft ihm dabei, die Erkrankung seines Vaters besser zu verstehen und vermittelt den Kontakt zu ihrer Therapeutin. Als der Vater in eine psychiatrische Klinik aufgenommen wird und Bendix für diese Zeit in eine Pflegefamilie kommen soll, empfindet er das quasi als Verrat und fasst einen verzweifelten Plan.

Der Film zeigt, ohne je belehrend zu wirken, die besonderen Probleme und Schwierigkeiten, denen sich Kinder von psychisch kranken Eltern gegenübergestellt sehen. Dr. Michael Krebs hat das Filmteam zum Thema Depression fachlich beraten und findet den Film großartig.

ZDF 26.04.2021 um 20:15

Weitere Infos:
https://www.zdf.de/filme/der-fernsehfilm-der-woche/das-versprechen-156.html

Vor kurzem kam erneut eine erfreuliche Erfolgsmeldung von der DAK Gesundheit: Auch für die Jahre 2017 und 2018 ist die mit der PIBB vereinbarte Bonusregelung erreicht worden. Zum Hintergrund: Nach der Vereinbarung wird der Bonus fällig, wenn die Gruppe der in die IV eingeschriebenen Patienten im Vergleich zu einer von der DAK morbiditätsadjustierten Vergleichsgruppe weniger als 30 Prozent an Krankenhaustagen aufweist.

Besonders erfreulich ist es aus Sicht der PIBB, dass dieses positive Ergebnis in beiden Jahren sowohl für Berlin als auch für Brandenburg erreicht wurde. Dies weist einmal mehr darauf hin, dass die ambulante Komplexbehandlung und das koordinierte Zusammenwirken im Netz auch in einem Flächenland wie Brandenburg erfogreich umgesetzt werden kann.